Testament

03: Der Totentanz

„Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren!“, das hat die Wuppertaler Tanzikone und Choreographin Pina Bausch mal gesagt. Gleiches gilt auch für Dwayne Holliday. Er ist ebenfalls Bewegungskünstler. Dwayne kommt aus den USA, hat in New Orleans seine Karriere als professioneller Balletttänzer begonnen und ist über contemporary dance und andere Bewegungsformen beim Yoga gelandet. Mittlerweile lebt Dwayne seit vielen Jahren in Köln, unterrichtet und schreibt seine Doktorarbeit – ebenfalls übers Tanzen. Was hat das mit dem Tod zu tun? Ne Menge, wenn man sich zum Beispiel alte Wandmalereien an französischen Friedhöfen anschaut. Der Totentanz – warum wird er getanzt, in welchen Arten und Weisen gibt es ihn und was haben die Funeral Marches in New Orleans mit ihm zu tun? Wir finden Antworten, hoffentlich, in Folge 3 von „Bestatten, Hauda.“

02: Die Bestatterin

Eventmanagerin für Events zu denen keiner will, das ist Karolin Neusel. Sie ist Bestatterin, einer jüngsten in NRW, vielleicht in ganz Deutschland. Sie ist 25 und eine ziemlich entspannte und fröhliche Lady. Wir haben uns im Bestattungsinstitut ihrer Familie in Wuppertal getroffen, um über den Tod zu sprechen. „Bestattungen Neusel“ – die gibt’s in Barmen schon seit über Zweihundert Jahren, direkt an der Wupper. Dort neben der Schwebebahn gehört der Tod zum Alltag. Es wird über ihn gesprochen, Menschen Trost gespendet, über Bestattungsmöglichkeiten diskutiert und philosophiert. Das haben Karolin und ich auch gemacht: Was müsste ich machen, wenn ich sie eines Tages anrufen würde und selber einen Todesfall in der Familie hätte? Bekommt man seine eigene Beerdigung mit? Macht einem als Tochter einer Bestatterfamilie der Tod überhaupt noch Angst?

Außerdem durfte ich bei Neusels hinter die Kulissen gucken, habe Kühlkammerluft geschnuppert, mir den Visagistenkoffer einer Bestatterin angeguckt und mich in einen Sarg gelegt. Der Tod ist recht bequem, so viel kann ich schon mal sagen. Und wenn man das nötige Kleingeld hat, vielleicht sogar gemütlich. Aber kommt doch einfach mit und legt euch dazu, in der zweiten Folge „Bestatten, Hauda“. Und keine Angst, Karolin ist immer an unserer Seite.

01: Das Testament

Das ist er: Papa Hauda. Mit bürgerlichem Namen Gerhard Hauda, geboren 1954 in Wermelskirchen. Er ist nicht nur ein ziemlich cooler Dude mit einem schicken Anzug, sondern kann neben beeindruckendem Posing auch noch mit gutem Humor über das Thema Tod sprechen.

Sein Testament hat er gemacht, meine Mutter ebenfalls. Und mich haben die beiden netterweise auch darüber informiert – also kenne ich nun den letzten Willen meiner Eltern. Ich weiß jetzt auch, ob mein Vater nach seinem Tod in einem Sarg oder in einer Urne beerdigt werden will, welche Musik er sich für seine Beerdigung wünscht und wie er den Tod mit 64 überhaupt wahr nimmt.

Das alles erzählt er mir und euch in der ersten Folge von „Bestatten, Hauda.“