Maden

07: Der Buchautor

„Melancholisch zurückblicken ist nicht schlecht, so lang man das Heute nicht vergisst oder sogar gegeneinander ausspielt“. In Folge 7 von „Bestatten, Hauda“ geht es dieses Mal um Vergänglichkeit. Es geht um uns im Leben, um uns wenn wir nicht mehr sind, um uns wenn wir Orte oder Menschen verlassen, uns aus einer Beziehung lösen oder wegziehen. Es geht eigentlich um alles, was sich von einem löst und wo von wir uns selber lösen, es geht darum was von uns übrig bleibt – im Leben und danach. Darüber hat Journalist und Autor Sven Stillich ein Buch geschrieben. Es heisst „Was von uns übrig bleibt – Wenn wir einen Menschen, einen Ort oder die Welt verlassen. Mit sich und diesem Buch ist er zu Gast in der ersten Liveausgabe von „Bestatten, Hauda“ im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zur 20. Museumsnacht mit Publikum. Und weiteren Gästen. Robert Wiezorek ist Kölner Filmemacher und einer der Protagonisten in Sven Stillichs Buch. Er hat vor 10 Jahren beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs seinen Lebensmittelpunkt und Teile seiner Vergangenheit verloren – den Ort an dem er gelebt hat, seine Wohnung. Wie er mit diesem Verlust umgegangen ist und warum die Rettung eines Stofftiers manchmal das Wichtigste ist, für uns alle übrigens, eine neue Lederjacke nie die Gleiche werden kann wie die Alte, darüber spricht er ebenfalls mit mir in Folge 7. „Melancholisch zurückblicken ist nicht schlecht, so lang man das Heute nicht vergisst“, sagt Sven Stillich. Seht ihr das auch so? Eine weitere Folge „Bestatten, Hauda“ – es wird philosophisch, es wird leise, tiefgründig, wir lachen auch und es sind viele Menschen da. Zu Gast im Publikum übrigens Notfallseelsorger Albi Röpke aus Bonn, den kennt ihr schon aus Folge 5.

06: Der Künstler

Kann man den Tod in Kunst verpacken? Inwiefern ist das für den Künstler selbst therapeutisch und passt die Farbe schwarz eigentlich zum Tod? Antworten zu diesen Fragen gibt’s in Folge 6 von „Bestatten, Hauda“ von Philipp Platz. Katsche, wie er sich selber nennt, ist Texter, Fotograf und freier Künstler. Er kommt aus Köln und lebt momentan zwischen Hamburg und Lissabon.

Mit einem seiner Projekte hat er den Tod einer guten Freundin verarbeitet. „Kurz, lang“ heißt es. Es geht ums Leben – kurze, lange Leben – und Bewertung dessen? Wann ist ein Leben erfüllt? Wann war es lang genug und wann war es zu kurz? Um all über all das zu philosophieren haben wir uns in seinem alten Kinderzimmer in der Wohnung seiner Mutter in Köln getroffen.

05: Der Notfallseelsorger

Wenn die Trauer über den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen noch nicht da ist, die nächste Bezugsperson räumlich auch noch nicht, dafür aber die Ohnmacht schon – wer hilft einem da? Menschen wie Albrecht Röbke. Albi, wie er gern genannt wird, ist seit knapp 20 Jahren Notfallseelsorger für den Rhein-Erft-Kreis und vor allem immer dann da, wenn die Polizei die schreckliche Nachricht überbringen muss, dass eine nahestehende Person plötzlich verstorben ist. Albi ist neben den Polizeibeamten in seiner geistlichen Uniform die Instanz, die den Tod für Angehörige wahrhaftig macht und dann Beistand leistet, so lange wie es für die jeweiligen Menschen notwendig ist.

Wie genau er das macht, welche Eigenschaften dieser Job benötigt, wie viel Psychologie im Job des Notfallseelsorgers steckt und inwiefern Albi unter anderem auch als evangelischer Pfarrer selbst Angst vor dem Tod hat, darüber haben wir uns an einem sonnigen Vormittag in seinem Garten unterhalten. Ebenfalls haben wir darüber philosophiert was ein guter und was schlechter Tod ist und wie er selber mal diese Welt verlassen möchte. Verraten möchte ich nur, dass eine Band aus Köln damit zu tun hat. Den Rest müsst ihr selber hören, in „Bestatten, Hauda“ Nummer 5.

04: Der Tatortreiniger

„Das Schlimmste ist, wenn du was im Auto vergessen hast.“ Verwesungsgeruch, wie riecht der? Manche beschreiben ihn als leicht süß-säuerlich, Valentin Schmersal teilt diese Empfindung nicht. Zersetztes Fleisch, verflüssigtes Menschenfett, Fäulnis – der Geruch ist unbeschreibbar und vor allem schwer zu überdecken. Auch nicht mit Tigerbalm, damit versucht es Valentin und sein Team ab und zu, wenn sie sich an Tatorte begeben. Ältere Damen und Herren, die in ihren Wohnungen friedlich entschlafen sind ebenso sein Job wie der zweigeteilte Firmenunfall in einem Metallverarbeitungsunternehmen.

Suizide, Bahnunfälle und tragische Todesfälle bei Kindern gehören genauso zu seinem Job als Tatortreiniger. Valentin arbeitet seit 6 Jahren in diesem Beruf. Er ist stastlich geprüfter Desinfektor, seit 13 Jahren ist er gelernter Bestatter. Für die vierte Folge von „Bestatten, Hauda“ besuche ich ihn in Schwelm. Dort sitzen wir neben der Kühlkammer, gegenüber seines eigene Sarges, eben mitten im Ableben und sprechen darüber, was ihn an seinem Job ob so fasziniert, darüber was ein Skinslip ist, ob beim Tatortreiniger im Fernsehen gut recherchiert wurde, darüber inwiefern es einen Unterschied macht, ob man sich vor oder gegen einen Zug wirft, wie man jemanden anpackt, der drei Wochen Tod in der Badewanne liegt und wir gucken uns gemeinsam Vorher/Nachher Fotos von Tatorten an. Echte Vorher/Nachher Fotos. Das war auch für mich neu.