Künstler

09: Die Nachhaltigen

Regional einkaufen, Müll trennen, Plastikverpackungen vermeiden, weniger online bestellen und eher Bahn statt Flug – nachhaltig leben und auf die Umwelt achten in jeder Lebenslage, viele von uns versuchen das zumindest.

Aber was ist „Bio“ im Sterbebusiness? Wie verlässt man diese Erde nachhaltig genug, welche Eigenschaften muss ein umweltfreundlicher Sarg erfüllen und gibt es eventuell sogar ein ökologisches Siegel für Bestatter, die nachhaltige Bestattungen anbieten?

Darüber spreche ich mit Werner Kentrup vom Bestattungshaus Hebenstreit und Kentrup aus Bonn in „Bestatten, Hauda“ Folge 9. Zusammen mit seiner Frau hat sich Werner vor einigen Jahren auf nachhaltige Bestattungen spezialisiert, kurz darauf 2017 den europäischen Bestatterpreis gewonnen und mittlerweile berät er sogar Kollegen. Seine Särge sind zum Teil regional und kommen zum Beispiel aus kleinen Manufakturen in der Eifel oder dem Sauerland, geliefert werden sie anstatt in Plastikfolie eingepackt in Hanfmatten, die später nach dem Auspacken als Sarg-Matratze dienen. Auch Grabsteine können nachhaltig sein, in dem man sie second hand kauft und vom Steinmetz seiner Wahl upcyclen lässt.

Ebenfalls haben wir im Garten des Bestattungshauses über die aktuelle Lage diskutiert. In Zeiten der Pandemie: Wie wird da überhaupt beerdigt? Welche Schutzmaßnahmen müssen getroffen werden? Wann ist Maskenschutz erforderlich und inwiefern ist es möglich sich als Angehöriger vom Verstorbenen zu verabschieden?

08: Der Trauersänger

Schon mal auf ner Beerdigung gewesen und in der Kirche oder am Grab Livemusik erlebt? Einen Sänger, der am Grab steht und singt? Oder auf der Empore in der Kirche? Ich nicht, aber ich kenne jemanden, der das beruflich macht und deshalb ist er mein Gast in Folge 8 von Bestatten, Hauda. Fabian Schmelcher kommt aus Erftstadt bei Köln und ist hauptberuflicher Sänger und Gesangslehrer. Er singt mit seiner unfassbar samtenen Balladenstimme auf allen erdenklichen Veranstaltungen auf denen man als Sänger gebucht werden kann – auf Galas, Messen, privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten und seit einiger Zeit eben auch auf Trauerfeiern. Unangenehmer Job, denkt ihr? Dachte ich auch. Oder eben einfach nur ein Job? Wie ist das plötzlich ist, auf einer Beerdigung aufzutauchen, auf der man wildfremden, trauernden Menschen begegnet? Wie begrüßt man die Leute? Und welcher Song ist eigentlich ein Guter für eine Beerdigung? Tears in Heaven von Eric Clapton? Time to say goodbye von Sarah Brightman und Andrea Bocelli? Oder Supermarket Flowers von Ed Sheeran? Wir sprechen über die Top 10 der Trauerfeiersongs, über Fabians eigenes Repertoire und wie teuer es überhaupt wird, wenn man ihn für eine Beerdigung bucht. 

07: Der Buchautor

„Melancholisch zurückblicken ist nicht schlecht, so lang man das Heute nicht vergisst oder sogar gegeneinander ausspielt“. In Folge 7 von „Bestatten, Hauda“ geht es dieses Mal um Vergänglichkeit. Es geht um uns im Leben, um uns wenn wir nicht mehr sind, um uns wenn wir Orte oder Menschen verlassen, uns aus einer Beziehung lösen oder wegziehen. Es geht eigentlich um alles, was sich von einem löst und wo von wir uns selber lösen, es geht darum was von uns übrig bleibt – im Leben und danach. Darüber hat Journalist und Autor Sven Stillich ein Buch geschrieben. Es heisst „Was von uns übrig bleibt – Wenn wir einen Menschen, einen Ort oder die Welt verlassen. Mit sich und diesem Buch ist er zu Gast in der ersten Liveausgabe von „Bestatten, Hauda“ im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zur 20. Museumsnacht mit Publikum. Und weiteren Gästen. Robert Wiezorek ist Kölner Filmemacher und einer der Protagonisten in Sven Stillichs Buch. Er hat vor 10 Jahren beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs seinen Lebensmittelpunkt und Teile seiner Vergangenheit verloren – den Ort an dem er gelebt hat, seine Wohnung. Wie er mit diesem Verlust umgegangen ist und warum die Rettung eines Stofftiers manchmal das Wichtigste ist, für uns alle übrigens, eine neue Lederjacke nie die Gleiche werden kann wie die Alte, darüber spricht er ebenfalls mit mir in Folge 7. „Melancholisch zurückblicken ist nicht schlecht, so lang man das Heute nicht vergisst“, sagt Sven Stillich. Seht ihr das auch so? Eine weitere Folge „Bestatten, Hauda“ – es wird philosophisch, es wird leise, tiefgründig, wir lachen auch und es sind viele Menschen da. Zu Gast im Publikum übrigens Notfallseelsorger Albi Röpke aus Bonn, den kennt ihr schon aus Folge 5.

06: Der Künstler

Kann man den Tod in Kunst verpacken? Inwiefern ist das für den Künstler selbst therapeutisch und passt die Farbe schwarz eigentlich zum Tod? Antworten zu diesen Fragen gibt’s in Folge 6 von „Bestatten, Hauda“ von Philipp Platz. Katsche, wie er sich selber nennt, ist Texter, Fotograf und freier Künstler. Er kommt aus Köln und lebt momentan zwischen Hamburg und Lissabon.

Mit einem seiner Projekte hat er den Tod einer guten Freundin verarbeitet. „Kurz, lang“ heißt es. Es geht ums Leben – kurze, lange Leben – und Bewertung dessen? Wann ist ein Leben erfüllt? Wann war es lang genug und wann war es zu kurz? Um all über all das zu philosophieren haben wir uns in seinem alten Kinderzimmer in der Wohnung seiner Mutter in Köln getroffen.